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Zöliakie und Verstopfung: Warum sie auftritt und wie man sie behebt

    Wenn die meisten Menschen an Zöliakie denken, ist „Durchfall“ eines der ersten Symptome, das ihnen einfällt. An Verstopfung denkt man selten. Sogar Ärzte führen bei Patienten, deren Hauptsymptom Durchfall ist, häufig Bluttests auf Zöliakie durch, doch anekdotisch betrachtet scheint Verstopfung für sie nur selten ein Warnsignal zu sein.

    Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass etwa 15 % der Zöliakiepatienten mit Magen-Darm-Beschwerden unter Verstopfung leiden. Eine Studie aus dem Jahr 2012 legt nahe, dass jede Person, die unter Verstopfung leidet und nicht auf Abführmittel anspricht, auf Zöliakie getestet werden sollte.

    Verstopfung ist nicht nur eine Unannehmlichkeit. Sie kann die Fähigkeit des Körpers, Giftstoffe auszuscheiden, beeinträchtigen und zu gastroösophagealem Reflux beitragen.

    Sie kann Symptome wie Schmerzen, Müdigkeit und Analfissuren hervorrufen. Es ist wichtig, sich mit diesem Symptom zu befassen und seinen möglichen Zusammenhang mit Zöliakie und der glutenfreien Ernährung zu verstehen.

    Was verursacht Verstopfung bei Zöliakie?

    Zöliakie und Verstopfung

    Bei Zöliakie werden die Darmzotten (winzige fingerartige Fortsätze an den Innenwänden des Darms, die Nährstoffe aufnehmen) durch die Zöliakie-Antikörper geschädigt, die durch den Verzehr von Gluten bei den Erkrankten entstehen.

    Dadurch wird die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung auf ihrem Weg durch den Magen-Darm-Trakt vermindert. Die Nahrung wandert nun in einer weniger gut verdauten Form durch den Darm.

    Wenn sie in das untere Ende des Dünndarms gelangt, kann der Körper diese unzureichend verdaute, nicht resorbierte Nahrung (jetzt in Form von Stuhl) nicht vollständig verarbeiten und kann oft nur die Feuchtigkeit aus dem Stuhl aufnehmen – manchmal mehr Feuchtigkeit als nötig.

    Die übermäßige Aufnahme von Feuchtigkeit aus dem Stuhl durch den Dünndarm führt zu verhärtetem Stuhl, der schwierig und schmerzhaft sein kann.

    Erschwerend kommt hinzu, dass glutenfreie verarbeitete Lebensmittel in der Regel aus ballaststoffarmen Stärken und Mehlen wie weißem Reismehl, Kartoffelstärke und Tapiokastärke hergestellt werden.

    Die Ballaststoffe, die Menschen, die sich normal ernähren, durch den Verzehr von Vollkornprodukten erhalten, stehen nicht zur Verfügung, und Vollkornbrot oder Vollkornnudeln werden oft durch glutenfreie Ersatzprodukte ersetzt, die wenig oder gar keine Ballaststoffe enthalten.

    Viele glutenhaltige Produkte sind heutzutage mit Ballaststoffen angereichert, aber nur wenige glutenfreie Produkte sind es. Selbst brauner Reis, ein beliebtes glutenfreies Vollkorngetreide, ist kein sehr ballaststoffreiches Getreide.

    Was hilft bei Zöliakie gegen Verstopfung?

    Wenn Zöliakiebetroffene ihre Verstopfung mit Lebensmitteln lindern wollen, sollten sie ballaststoffreiche Getreide wie Quinoa, Hirse und Amaranth wählen.

    Sie müssen ihre Flüssigkeitszufuhr deutlich erhöhen, vor allem, wenn sie Ballaststoffpräparate wie Flohsamenschalen oder Inulin (häufige Bestandteile von Ballaststoffpulvern, -getränken oder -kapseln) zu sich nehmen. Eine drastische Erhöhung der Ballaststoffzufuhr ohne Erhöhung der Wasserzufuhr kann die Situation sogar noch verschlimmern.

    Erhöhen Sie auch Ihren Verzehr von ballaststoffreichem Gemüse und Obst, einschließlich solcher mit essbarer Schale (wie Paprika, Mais und Äpfel). Trockenfrüchte, wie z. B. Pflaumen, sind ebenfalls sehr zu empfehlen. Bindende Lebensmittel wie Bananen und ballaststoffarmes Brot und Cracker sollten auf ein Minimum reduziert werden.

    Was kann man tun, wenn Ballaststoffe nicht helfen?

    Funktionierende Darmzotten sind nicht die einzige Voraussetzung für eine gute Magen-Darm-Gesundheit. Auch das richtige Gleichgewicht der Darmflora ist äußerst wichtig.

    Probiotikahaltige Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel können dazu beitragen, das richtige Gleichgewicht der Darmflora wiederherzustellen, was Entzündungen verringern kann, so dass der Darm weniger geschädigt wird und die Aufnahme verbessert wird.

    Probiotika tragen häufig zur Regulierung des Stuhlgangs bei und verringern die Häufigkeit von Durchfall- und Verstopfungssymptomen.

    Durch eine gesunde, ballaststoffreiche und flüssigkeitsreiche glutenfreie Ernährung in Verbindung mit Bewegung und probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln können sich viele Menschen von der Verstopfung verabschieden und lernen, eine gesündere und geregeltere Magen-Darm-Gesundheit zu genießen.

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